Home  Druckversion  Sitemap 

Feuchtarbeit gefährdet die Haut - Hände lassen sich mit einfachen Mitteln professionell schützen

 

Statement
Dr. Thomas Remé
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

 

Über die Hälfte (55 Prozent) der Berufskrankheiten, die der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) aus ihren rund 600.000 Mitgliedbestrieben gemeldet werden, betreffen die Haut. Besonders gefährdet sind diejenigen Versicherten, die regelmäßig Feuchtarbeit leisten müssen - etwa Alten- und Krankenpflegekräfte und Friseure.

Oft hat eine berufsbedingte Hauterkrankung ganz simple Ursachen: zu häufiger oder zu langer Kontakt mit Wasser oder anderer Feuchtigkeit wäscht die schützenden Fette aus der Haut, Fremdstoffe dringen in die tieferen Hautschichten ein und verursachen Entzündungen. Wenn die Haut sich nicht regeneriert, weil sie immer wieder feucht wird, können die Ekzeme so massiv werden, dass die Betroffenen sogar ihren Beruf aufgeben.

Dabei lassen sich die Hände im Berufsalltag mit einfachen Mitteln professionell schützen. Die BGW fördert deshalb gezielt die Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten. Die Erfolgsgeschichte der mittlerweile etablierten Strategie begann in den 90er-Jahren im Friseurhandwerk. Wurden uns 1991 noch 4.516 Hauterkrankungen von Friseuren gemeldet, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 1.045 - 77 Prozent weniger. Und während die Betroffenen früher meist mit hohem Kostenaufwand und gegen ihre Berufsneigung umgeschult werden mussten, können heute zwei Drittel von ihnen in ihrem Beruf weiterarbeiten. Erreicht haben wir das durch drei Maßnahmen:

  • Erstens haben wir gemeinsam mit Kooperationspartnern erfolgreich darauf hingewirkt, dass bestimmte hautgefährdende Substanzen heute nicht mehr in Friseurprodukten verwendet werden.
  • Zweitens sorgen wir dafür, dass BGW-Versicherte mit berufsbedingten Hautproblemen schnell und unbürokratisch in dermatologische Behandlung kommen. Voraussetzung ist natürlich, dass wir informiert werden - etwa durch den Hautarzt, den Betriebsarzt, den Arbeitgeber oder den Betroffenen selbst.
  • Drittens haben wir bundesweit zehn Schulungs- und Beratungszentren, kurz BGW schu.ber.z, aufgebaut. Dort werden unsere hauterkrankten Versicherten dermatologisch untersucht und beraten. Ferner erlernen sie in zweitägigen berufsspezifischen Seminaren, wie sie ihre Haut in Beruf und Privatleben konsequent schützen und pflegen können.

Das Verzahnen der Prävention und Rehabilitation berufsbedingter Hauterkrankungen hat sich aus unserer Sicht bewährt. Schließlich nützt die beste Behandlung nichts, wenn die Ursachen nicht behoben werden - und die Haut im Berufsalltag weiter schädigenden Einflüssen ausgesetzt bleibt. Darum berücksichtigen wir in unseren Angeboten für hauterkrankte Versicherte immer auch die Arbeitssituation.

Weite Informationen: www.bgw-online.de

 

CMS von artmedic webdesign