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Appell an alle Betriebe: Prävention lohnt sich!

 

Statement
Dr. Walter Eichendorf
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

 

Was heißt überhaupt Prävention?

Alle an einem Strang für ein Ziel - so lautete kurzgefaßt die Idee unserer gemeinsamen, europaweit durchgeführten Aktionswoche zur Prävention beruflich bedingter Hauterkrankungen vom 20. bis 24. September 2010. Wirksame Prävention ist der beste Schutz vor gesundheitlichen Risiken - das belegt das erfolgreiche Engagement der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung seit vielen Jahrzehnten. Mittlerweile hat sich der Grundsatz "Vorbeugen ist besser als Heilen" erfreulicherweise auch in Politik und Öffentlichkeit durchgesetzt. Demzufolge wird die Prävention nunmehr endlich als umfassende gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen.

Präventionsmaßnahmen haben nur dann Erfolg, wenn möglichst viele Betriebe teilnehmen

Akzeptanz und Nachhaltigkeit sind entscheidend. Für die Unternehmen bedeutet gelebte Prävention, dass der Arbeitgeber - unter Mitwirkung aller Akteure des Arbeitsschutzes - bei der Vorbereitung der Einrichtung von Arbeitsplätzen oder der Festlegung von Arbeitsverfahren die Möglichkeit des Entstehens von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen beurteilt und auf dieser Grundlage die notwendigen Vorkehrungen trifft. Prävention bedeutet Vorsorge. Nicht das Warten auf Erkrankungen und deren anschließende Bekämpfung ist angesagt, sondern das Erkennen von Gefährdungspotenzialen und deren Abwehr.

Wie kann man erfolgreiche Konzepte für die Betriebe attraktiv machen, so dass sich diese animiert fühlen, erprobte und bewährte Maßnahmen zu übernehmen und an die Anforderungen im eigenen Betrieb anzupassen bzw. weiter zu entwickeln?

Erst einmal ist es notwendig, bei Betroffenen ein Bewusstsein herzustellen für die Gefährdung der Haut, die bei vielfältigsten Arbeiten auftreten können. Dies haben die Unfall- und Krankenversicherungsträger bereits 2007/2008 in einer bundesweiten Präventionskampagne "Deine Haut. Die wichtigsten 2m² Deines Lebens!" sehr erfolgreich praktiziert. Im nächsten Schritt geht es darum, Beratung und Inrformationen mit adäquanten Präventionsstrategien und Maßnahmen anzubieten. Das ist mit den modernen Medien auch für Kleinbetriebe machbar, denen oft eine Arbeitsschutzinfrastruktur fehlt. Viele Partner in der Prävention - Dermatologen, Unfallversicherungsträger, Interessengruppen - liefern Konzepte und Lösungen. Ein guter Weg der Aufklärung und Informationsvermittlung ist zudem, den Betrieben erfolgreiche Beispiele von Konzept und Maßnahmen zur Prävention - in unserem Falle von beruflichen Hauterkrankungen - vorzustellen.

"Gute-Praxis-Beispiele" gibt es aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der gesetzlichen Unfallversicherung in vielfältiger Weise:

So haben wir- die BGW und unser DGUV-Institut für Arbeitsschutz IFA im Verbund mit Produktherstellern - im Friseurhandwerk tolle Erfolge durch nachhaltiges  Präventionsvorgehen erzielen können, mit dem Ergebnis einer Reduktion angezeigter Berufskrankheit der Haut um drei Viertel und eingesparter zweistelliger Millionenbeträge! Auf Initiative der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft stehen den Betrieben heute nur noch chromat-arme Zemente zur Verfügung, mit dem Ergebnis einer drastischen Reduzierung der gefürchteten Berufskrankheit "Maurerkrätze". Ähnliche Erfolge für die Erhaltung und Wiederherstellung einer gesunden Haut haben wir durch gemeinsame Präventionsbemühungen im Gesundheitswesen bei der Vermeidung von Latexallergien, in der Metallindustrie bei optimiertem Einsatz von Kühlschmierstoffen und bei Floristen, wo Feuchtarbeit und Kontakt zu Pflanzenschutzmitteln vielfältige Hautgefährdungen verursachen, erreichen können. Alle Erfolge haben positive wirtschaftliche Konsequenzen für die Betriebe durch geringer Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung, aber auch durch geringere Ausfallzeiten der Mitarbeiter.

Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie: Arbeitsprogramm Haut

Der Wichtigkeit der Prävention von beruflichen Hauterkrankungen wird auch im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie durch die Durchführung eines entsprechenden bundesweit angelegten Präventionsprogramms Rechnung getragen, bei dem etwa 70.000 Betriebsberatungen durchgeführt werden.

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