Home  Druckversion  Sitemap 

Hautkrebs als Berufskrankheit

 

 

Statement
Dr. Klaus Fritz
Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)

 

Dr. Klaus Fritz, Vorstand des Berufverbands der Deutschen Dermatologen und Lehrbeauftragter der Universitäten Bern und Osnabrück erklärt dazu: "Hautkrebs, früh erkannt, ist heilbar und durch rechtzeitige Vorbeugung vermeidbar."

Seit Jahren wird eine Zunahme des so genannten hellen Hautkrebses beobachtet. Hautkrebs ist der häufigste Krebs in Deutschland: Man geht derzeit von 140.000 neuen Krebsfällen pro Jahr aus. Maßgeblicher auslösender Faktor bei der Entstehung der "Volkskrankheit Hautkrebs" ist langjährige ultraviolette (UV-) Strahlung der Sonne. Hautkrebs tritt dabei oft erst 20 bis 30 Jahre nach intensiver Besonnung - d.h. in der Regel im höheren Lebensalter - auf. Bedingt durch die demografische Entwicklung in Deutschland und die steigende Lebenserwartung werden die therapeutischen und präventivmedizinischen Maßnahmen gegen chronische Lichtschäden weiter an Bedeutung gewinnen, insbesondere, da bei frühzeitiger Erkennung von Hautkrebs (als einer der wenigsten Krebssorten) eine vollständige Heilung möglich ist. Schließlich ist die Haut der Diagnostik und Therapie gut zugänglich.

In der jüngsten Vergangenheit wurden in Deutschland verstärkte Präventionsbemühungen unternommen. So wurde am 01.07.2008 von der gesetzlichen Krankenversicherung die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung als neue Präventionsleistung ohne Kosten für den Patienten eingeführt. Sie ermöglicht es Versicherten ab dem 35. Lebensjahr, sich alle zwei Jahre einem ärztlichen Hautkrebs-Screening zu unterziehen.

Dr. Fritz: "Manche Menschen denken, Hautkrebs sei immer dunkel. Was viele nicht wissen: Es gibt nicht nur den hochgefährlichen schwarzen Hautkrebs, sondern auch eine als weißer Hautkrebs bezeichnete Gruppe, die zehn Mal häufiger vorkommt und viel häufiger hautfarben, schuppig oder rötlich aussieht. Dies gilt gerade für beruflichen Hautkrebs durch langjähriges Arbeiten im Freien."

15 Prozent der Berufstätigen wie Straßenbauer, Dachdecker, Maurer, Land- und Forstwirte, Winzer, Müllerwerker, Skilehrer, Profisportler und Seeleute, aber auch Schweißer sind während der Arbeitszeit einer maßgeblichen UV-Belastung ausgesetzt. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, wird zurzeit vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geprüft, unter welchen Voraussetzungen UV-induzierter Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden kann. Aktuelle Zahlen geben von jährlich mindestens 5.000 Betroffenen in Deutschland aus, die durch ihre - vielleicht schon länger zurückliegende - berufliche Tätigkeit an einem hellen Hautkrebs erkranken. Betroffene sind daher auch viele Rentner, denen entsprechend auch medizinische und Entschädigungsleistungen zustehen. Bislang werden diese Zusammenhänge auch von Ärzten noch zu wenig berücksichtigt.

Auch beim beruflichen Lichtschutz gibt es erheblichen Nachholbedarf. Dr. Fritz: "Trotz des Wissens über zunehmende UV B-Strahlung auf der Erdoberfläche spielt Lichtschutz im beruflichen Umfeld fast keine Rolle." Spezielle UV-undurchlässige Kleidung, das Tragen von Hüten und die Anwendung von Lichtschutzcreme würden schädliche UV-bedingte Einwirkungen am Arbeitsplatz mindern und somit wirkungsvoll das Auftreten von Hautalterung und Hautkrebs senken.

Im BVDD sind rund 3.400 Hautärztinnen und Hautärzte in Deutschland organisiert. 

CMS von artmedic webdesign