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Berufserkrankungen der Haut gehören in die Hand von Experten

 

 

Statement
Prof. Dr. Rudolf Stadler
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)

 

Berufsdermatosen

Berufsdermatosen zählen zu den häufigsten berufsbedingten Krankheiten in Deutschland. In manchen Branchen sind bis zu 20 Prozent der Berufstätigen und bis zu 70 Prozent der Berufsanfänger betroffen. Prof. Stadler: "Viele junge Friseure, Kranken- bzw. Altenpfleger, Zahntechniker, Bauarbeiter, Floristen, Kfz-Mechaniker, Köche oder Bäcker steigen - kaum dass sie eine Ausbildung begonnen haben - wegen Hautausschlägen und Allergien schon wieder aus." In der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren machen Hautkrankheiten 90 Prozent der Meldungen beruflicher Erkrankungen aus.

Dabei muss das nicht so sein: Deutschland ist das einzigste Land, in dem sich allen Arbeitnehmern wirksame Maßnahmen auf folgenden Ebenen bieten:

  • primäre Prävention: Vorbeugung von beruflichen Hautkrankheiten
  • sekundäre Prävention: Früherkennung von bereits entstandenen Hauterkrankungen
  • tertiäre Prävention: Rückfallvermeidung, Verminderung von Folgeproblemen

Prof. Stadler: "Die entscheidende Instanz ist der Hautarzt. Er erfährt am ehesten von seinen Patienten, ob die Ursache für ihr Hautproblem beruflicher Natur ist."

Mit einem speziellen "Hautarztbericht" meldet der Hautarzt dem zuständigen Unfallversicherungsträger (z.B. Berufsgenossenschaft) die Erkrankung, damit rasch die rettenden Vorsorgemaßnahmen eingeleitet werden können. Schnelligkeit ist dabei wichtig, denn, so haben aktuelle Untersuchungen ergeben, ohne Eingreifen erfolgen Berufsausstiege bereits in den ersten 8 bis 14 Monaten nach Auftreten der Hauterkrankung. Der Hautarzt vor Ort übernimmt anschließend auch die ambulante Betreuung der Betroffenen, zusätzlich kann er für seine Patienten die Teilnahme an Hautschutzseminaren oder in Zusammenarbeit mit Spezialkliniken die zwischenzeitliche stationäre Intensivbetreuung veranlassen.

Dieses moderne Maßnahmenpaket macht es heute möglich, betroffenen Patienten schnell zu helfen. Der Hautarzt kann den Patienten auf diese Weise Gesundheit und Arbeitsplatz erhalten und zugleich volkswirtschaftliche Folgekosten durch hohen Krankenstand und Produktivitätsausfall senken. Der Dermatologe leistet damit auch einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit gerade von Klein- und Mittelbetrieben, in denen berufliche Hauterkrankungen in Deutschland und Europa überwiegend auftreten. Dies hängt damit zusammen, dass die Standarts des Arbeitsschutzes in Klein- und Mittelbetrieben häufig ungenügend sind und kaum arbeitsmedizinische Betreuung stattfindet.

Hautkrebs

Bei langjähriger beruflicher Tätigkeit im Freien kann durch das Sonnenlicht die Entstehung von Hautkrebs begünstigt werden. Auch hier kann der Hautarzt seinen Patienten helfen, wenn der Hautkrebs beruflich verursacht ist, die Unfallversicherung heranzuziehen. Die DDG hat durch die ADP umfangreiche Präventionsprogramme für Menschen mit beruflichem und außerberuflichem Hautkrebs initiiert, die zum gesetzlichen Hautkrebsscreening geführt haben, sowie die Zertifizierung von onkologischen Zentren vorangetrieben.

Fazit

Prof. Stadler: "Experte und Ansprechpartner für berufsbedingte Hauterkrankungen vom Ekzem bis zum Hautkrebs ist der Hautarzt!"

 

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft(DDG)

Die DDG ist die wissenschaftliche Gesellschaft der Dermatologen mit verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich speziell mit Aspekten der Berufsdermatologie beschäftigen (ABD, DKG, ADO, ADP). Sie unterstützt nachhaltig sämtliche Maßnahmen zur Vermeidung von Berufsdermatosen und deren sozioökonomischen Folgen.

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