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Behandlungsstrategien beim Nagel- und Fusspilz:

1) Die Behandlung eines ausgedehnten Nagelpilzes kann bis zu 2 Jahren dauern.

2) Keine Behandlung des Nagelpilzes ohne die Mitbehandlung des gesamten Fußes, vorallem der Fußsohle, da der Nagelpilz oft durch eine Pilzinfektion der Fußsohle verursacht wird.

3) Zur äußerlichen Behandlung sollten bewährte breitbandantimykotisch wirksame Mittel genutzt werden.

4) In vielen Fällen ist es hilfreich eine orale Antimykose (Tablettentherapie) durchzuführen. Diese kann sehr niedrig dosiert und gut verträglich als Intervall-Therapie erfolgen. Alle modernen oralen Therapien (Terbinafin, Itraconazol, Fluconazol) können als Intervall-Therapie gut verträglich durchgeführt werden. Der Behandlungserfolg mit der Tablettentherapie sollte alle 3 Monate kontrolliert werden. Wenn möglich sollte vor der oralen Therapie die Pilzart /spezies bestimmt werden. Hierzu ist die Pilzkultur das weitaus ungenaueste Verfahren. PCR - und Maldi-TOF- Ananlysen sind wesentlich genauer.

5) Zu bedenken ist auch, dass der Nagel- und Fußsohlenpilz ansteckend für den Patienten selbst ist und möglicherweise auch für seine Mitbewohner. Die eigene Ansteckung besteht oft darin, dass der Nagel- oder Fußsohlenpilz in die Leisten verschleppt wird. Diese Stellen sind ebenfalls abzuklären und gegebenfalls antimykotisch zu behandeln. Die Ansteckung über den eigenen Fußpilz kann bis zum Kopf führen (Leisten, Hände, Axillen, Kopf). Dies bezeichne ich als "Pilzaufzug".

6) Die äußeren Antipilzmittel sollten so aufgetragen werden, dass sie gut in den Nagel bzw. Fußsohle einziehen. Eventuell können auch im Bereich der Fußsohlen Frischhaltefolien benutzt werden, über die dann Strümpfe angezogen werden.

7) Der Nagel- und Fußpilz ist für viele Patienten, besonders für Diabetiker, ein Hochrisikofaktor. Der Pilzbefall beim Diabetiker ist deshalb so gefährlich, weil er den Bakterien die Wege in die Haut, die Lymphe und die Blutbahnen ebnet. Das heißt: Der Pilz schädigt die Hautoberfläche so, dass die Bakterien besser eindringen können. Deshalb muß ein Fuß- und Nagelpilz beim Diabetiker fachgerecht und über lange Zeit  behandeln werden.

8) Hilfreich zur Behandlung des Nagelpilzes sind auch Perforationen der pilzbefallenen, aber stabilen Nägel mittels Fräser und Erbiumlaser. In die eingebrachten Löcher können dann gut Antipilzmittel als Lacke oder Lösungen eingetropft werden.

9) Durch eine fachgerechte Antipilztherapie kann der Nagel- und Fußpilz immer gebessert werden. In 70-80 % kann auch eine Abheilung erzielt werden.  

 

  

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