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Erbium-YAG-Laserbehandlungen

 

 

Praktische Innovationen in der Erbium-YAG-Laserbehandlung.

Veröffentlicht: Aktuelle Dermatologie 2005; 31

Zusammenfassung

Die abtragenden und perforierenden Erbium-YAG-Therapien sind bei zahlreichen, vor allem therapieresistenten Hauterkrankungen erfolgreich einsetzbar und mit anderen Behandlungen gut zu kombinieren. Nach diagnostischer Abklärung können diese modernen Therapieoptionen nahe risikoarm von den Dermatologen, die schon eingehende Erfahrungen mit dem Erbiumlaser haben, durchgeführt werden. Der Erbiumlaser sollte in den modernen Hautpraxen ein routinemäßig eingesetztes Therapiegerät sein. Diese innovativen Therapien sind momentan nicht im Abrechnungskatalog der Kassen vertreten und sollten privat liquidiert werden. Die bewährte HPT (herdorientierte Phototherapie) sollte für jeden Dermatologen, der eine individuelle Lichttherapie gerne anwendet, eine kostengünstige und hocheffektive Routinealternative gegenüber der Excimerlasertherapien kombiniert werden kann.

 

 Abb. 2-5: 2) 30-jähriger Patient mit seit 15 Jahren nicht abheilender, therapieresistenter, streng lokalisierter Neurodermitis vom Lichen Vidal-Typ an beiden Unterschenkel vorne und hinten. Hauptbefall im Schienbeinbereich. 3) Detailaufnahme von einem Unterchenkelbereich von Dia.2: Stark lichenifizierte, verdickte, zerkratzte, stark juckende Effloreszenzen. 4) Abgelaserte Stelle an der Wade. 5) Mehrere abgelaserte Stellen an dieser Wade, im Verlauf dargestellt, die über Monate hindurch gleichartig unter der Emla-Creme-Kälte-Anästhesie erfolgreich abgetragen werden. Jeweils nach der Laserung sistierte sofort der Juckreiz und die Herde heilen innerhalb von 2-3 Wochen unter Pflege mit Mandelölsalbe ab. Kleine Reststellen.

Abb. 6-7: 6) Übersicht vom oberen Anteil eines venös bedingten Ulkus mit chronischem Bestehen seit 4 Jahren und rezidivierendem Verlauf seit 30 Jahren. Der obere, dicke Randwall wurde mit dem Erbiumlaser eingeebnet. 7) Detailaufnahme vom oberen Randgebiet. Erstaunlich waren die völlig schmerzfreien zügigen Abtragungsmöglichkeiten nach der Emla-Creme-Kälte-Auftragung.

Abb. 8-11: 8) Abgelaserter anychomykotischer Großzehnagel. Die Erbiumlaserung wurde unter Erhaltung der Nagelseiten durchgeführt, um so einer Verschmälerung des Nagelbettes vorzubeugen. 9) Großzehnagel mit proximalen Perforationslöchern, in die ein antimykotischer Nagellack eingetropft wurde, um die proximale Ausdehnung des Pilzes zu verhindern. 10) Schwerste Onychogryphose und Onychomykose des linken Großzehnagels seit 15 Jahren. Dieser wuchs nach mehreren Extraktionen schmerzhaft herraus. 11) Der gleiche Nagel nach mehrfachen Laserungen, oraler Antimykose unter der Lamisil-Intervall-Therapie und geduldiger Schienung des Nagelbettes mit Tamponaden, Polsterungen und hier zuletzt mit dem Wilde-Pedique-Kunstnagel. Dieser ist elastisch, wächst mit dem körpereigenen Nagel heraus, lässt sich maniküren und leicht schneiden.

Abb. 12-13: 12)Abszess am li. Unterlid medial vor der Erbiumlaserung. 13) Befund nach der Laserperforation: Nach der Perforation Herausquellen von blutig tinktierten Pusmassen. Schnelle Abheilung danach in wenigen Tagen unter lokaler Antibiose, Patientin verweigerte eine zusätzliche, orale Antibiose.

 

Abb. 14-19: 14) Atherom rechte Nasenseite; Nähe der Glabella vor der Perforation. 15) Zustand nach der Perforation und der Exprimierung der Talgmassen mitsamt dem Kapselsack. 16) 16-jähriges Mädchen, seit 3 Tagen Entwicklung einer Schwellung am linken Oberlid. Kopfschmerzen und Druckdolenz. Zustand vor der Perforation. 17) Detailansicht von Abb. 16. 18) Nach der Perforation Austritt von 2 Esslöffeln Pus mit Detritus. 19) Detailansicht von Dia. 18. Abheilung nach 8 Tagen nur unter lokaler Antbiose. Das verschriebene orale Antibiotikum wurde von der Patientin trotz Aufklärung nicht eingenommen.

Abb. 20-21: 20) Pustulosis palmoplantaris: Zustand vor der Erbiumlaserung der linken Handfläche. Spannungsgefühl, Juckreiz. 21) Pustulosis palmoplantaris: Zustand nach oberflächlicher Perforation der Pusteln.Sofortiges Verschwinden des Spannungsgefühls und des Juckreizes.

Diskussion

Die beschriebenen Kasuistiken bzw. Einzelfallberichte der abtragenden und perforierenden Erbium-YAG-Laserungen sollen für die Laserfans der Hautärzte Anregungen sein. Der Autor würde sich besonders freuen, wenn die Nutzung des Erbiumlasers für die Behandlung von chronisch-venösen Ulzera weiter erforscht würde. Die Abtragung chronisch pruriginöser Hautveränderungen und die gezielten Perforationsbehandlungen sollten als alternative Routinetherapien in das dermatologische Behandlungsrepertoire eingeführt werden. Die Perforationen können auch für diagnostische Zwecke genutzt werden, um Verdachtsdiagnosen zu erhärten und danach direkt die Therapie anzuschließen. Für die Beispiele der Perforationstherapien wurden bewusst jene Körperstellen ausgewählt, die normal kritischer bzw. gefährlicher lokalisiert sind. Gerade aber die Gefahr möglicher chirurgischer und lokalanästhetischer Komplikationen favorisiert diese Laserperforationen gegenüber der üblichen chirurgischen Intervention. Vor allem bei den schwer papulopustulösen bzw. konglobataartigen Formen der Akne wurden adjuvant zu den oralen Therapien schnelle Remissionen der Akneherde erreicht und entzündungsbedingte Spätfolgen vermieden. Die Akzeptanz der Perforationstherapie beim Patienten war sehr groß. Die Patienten loben die geringe Schmerzhaftigkeit der Therapie und die schnelle, narbenfreie Zuheilung der Perforationslöcher. Der Autor ist gerne bereit zu weiterführenden Diskussionen und Erläuterungen. Zudem ist der Autor überzeugt, dass der Erbiumlaser ein sehr nützliches Therapieinstrument mit breiter dermatologischer Anwendung ist und deshalb zur Grundausrüstung zukünftiger Hautarztpraxen gehören sollte.

Diese modernen Therapien sollten unbedingt dem Dermatologen vorbehalten werden, da vorher eine fachärztliche Diagnostik obligat ist. Auch wäre eine Einführung dieser Laseranwendungen in die Laserweiterbildung der Hautärzte sinnvoll. Die nicht reglementierte Anschaffung verschiedenster Lasertypen sollte weiter bekämpft und bessere Qualifikationen zukünftiger Anwender erstrebt werden.

Die vom Autor seit über 12 Jahren schon erfolgreich praktizierte herdorientierte Phototherapie (HPT) kann als sehr wirksame und kostengünstige Alternative zur Excimerlaser-Therapie dienen, die jeder Hautarzt in seiner Praxis durchführen könnte. Die klinischen Erfolge nach 10-12 Herdbestrahlungen mit hohem UVB-Dosen der Psoriasisstellen oder Ekzemherde sind mindestens gleichwertig bzw. besser als die der Excimerlaserung, ohne dass jedoch die enormen Kosten dieser Lasergeräte zu Buche schlagen.

Die HPT ist eine hoch individuelle Phototherapie, die einen sehr guten Eindruck auf den Patienten macht, da die Herde sich schnell bessern und die Bestrahlungsschablonen und die Strahlendosen leicht während der Behandlung auf die sich reduzierenden Herdflächen angepasst werden können. Der Patient fühlt sich effektiv und individuell betreut und propagiert das ärztliche Können gerne weiter. Interessierte Kollegen können sich gerne bezüglich der Abrechnungsmodalitäten beim Autor melden.

Die gezielten Abtragungen der ekzematösen, pruriginösen oder psoriatischen Herde  mit dem Erbiumlaser unter der Emla-Kälte-Lokalanästhesie 1 Woche vor der HPT bewirken eine erheblich schnellere Besserung der Herde.

Vor allem die sofortige Juckreizbefreiung der Hautstellen bemerken die Patienten am angenehmsten und motivieren zur weiteren Behandlung.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen und Versorgen der Phototherapie und Lasertechnologie sind selbstverständlich anzuwenden bzw. zu bedenken.

Während der langjährigen Anwendungspraxis der beschriebenen Therapien wurden keine Nebenwirkungen oder Gefährdungen der Patienten beobachtet.

 

 

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