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Diagnostik und Therapie des Nagel- und Fußpilz

Veröffentlicht in der Zeitschrift "Podologie" im Mai 2007

 

Der Podologe und medizinische Fußpfleger wird tagtäglich mit Kunden und Patienten konfrontiert, bei denen eine mykose bedingte Haut- beziehungsweise Nagelerkrankungen offensichtlich oder zu vermuten ist. Deshalb sollte er auch über die Diagnostik von Pilzerkrankungen informiert sein. Denn dies macht den Podologen/med. Fußpfleger zu einem wichtigen Berater seiner Patienten und zu einem interdisziplinären, kompetenten Partner der behandelnden Ärzte.

Für die Diagnose des Nagel- und Fußpilzes stehen teils altbewährte, teils aber auch überkommende sowie moderne Analyseverfahren zur Verfügung. Zu diesen zählen neben dem Nativpräparat, bei dem entnommene Nagelspäne direkt mitkroskopisch untersucht werden, die Pilzkulturen. Zeigen sich Hyphen und Sporen unter dem Mikroskop, ist zwar der Nachweis einer Pilzinfektion erbracht. Das Nativpräparat kann aber nicht über die Arzt des Erregers Auskunft geben.

Kulturdiagnostik-nicht immer zuverlässig

Die Kulturdiagnostik - die Anzüchtung von Pilzen aus Haut- oder Nagelmaterial auf Nährböden- zählt zu den bekanntesten Methoden. Diese kann allerdings eine geringe Aussagekraft haben, denn bei der Beimpfung und der Ablesung der Pilzkultur ergeben sich erhebliche Fehlerquellen:

  • 40-50 Prozent der Haut- und Nagelpilze wachsen auf dem Kulturmedium nicht an. Dies bedeutet, dass der Pilz im Nagel- oder Hautmaterial auf der Kultur nicht auskeimt. Das trifft besonders dann zu, wenn bereits eine antimykotische Vorbehandlung stattgefunden hat. Eine negative Pilzkultur schließt also keinesfalls eine Pilzinfektion aus.
  • Pilzkulturen können auch verschimmeln, so dass das Wachstum der relevanten Pilzarten unterdrückt wird oder diese auf der Kultur nicht mehr sichtbar werden.
  • Bei der Beimpfung der Kulturen in medizinischen Praxen ist oftmals eine sekundäre Beimpfung der Kutluren durch Pilzsporen der Umgebungsluft möglich. Das bedeutet, dass der Pilz, der in der Kultur wächst, nicht tatsächlich der Erreger sein muss, der im Nagelmaterial vorhanden ist.
  • In manchen Fällen befallen Milben die Kulturen und fressen die Pilze auf den Kulturen auf.

Darüber hinaus lässt eine angewachsene Pilzkultur keine Rückschlüsse zu auf den qualitativen Pilzbefall im Nagel-oder Hautmaterial. So besagt zum Beispiel eine kleine Pilzkultur nicht, ob im infizierten Material nur wenige Pilze vorhanden sind. Außerdem ist aus einer Kultur nicht zu interpretieren, ob die Erreger in einer stoffwechselaktiven und damit gut zu behandelnden Form vorliegen oder ob sich abkapselnde, soffwechselarme Sporen, Mante-, Arthro- oder Mirkrosporen vorherrschen. Solche Pilzformen sind deutlich schlechter zu behandeln.-Dies zu wissen, ist aber für die Therapie einer Mykose wichtig. Daraus ist zu sehen, dass eine Pilzkultur nur für die Bestimmung der Pilzspezies geeignet ist und nicht zum speziefizierten Nachweisder Dermato- beziehungsweise Onychomykose. Für den sicheren Nachweis einer Mykose des Nagels oder der Haut beziehungsweise der Fußsohlen sind eindeutig zytologische und histologische Verfahren einzusetzen, da diese kleinste Mengen an Pilzformationen direkt im Material sichtbar machen. Alternativ zu den altbewährten Untersuchungsmethoden können heutzutage bei  besonderen Fragestellungen oder nicht ausreichenden Kulturergebnissen noch Methoden zum Nachweis von Gensequenzen oder Biomolekülen von Pilzen - die PCR-beziehungsweise MALDI-TOF-Untersuchung - durchgeführt werden. Diese sind bisher jedoch teuer und keine Routine.

Probenentnahme: Darauf ist zu achten

Bei der Probengewinnung von Haut- und Nagematerial muss Einiges beachtet werden, da die besten Untersuchungsmethoden nichts nutzen, wenn die Hautproben falsch entnommen werden. Generell sind dabei folgende Prinzipien zu beachten:

  • Die Proben aus den Nägeln sind möglichst tief im Nagel zu entnehmen, da sich die vitalen Pilzstrukturen oft nur dort konzentrieren
  • Die Hautschuppen an den Fußsohlen sollten großflachig abgenommen werden, da Pilze an der Fußsohle in der Regel sehr locker verteilt sind. Im Fall massiver Verhornung der Fußsohlen ist die Probeentnahme ebenfalls in der Tiefe der Hornschicht durchzuführen.

Achtung bei den Fußsohlen!

Die meisten Fehler bei der Diagnostik von Pilzinfektionen werden übrigens an der Fußsohle gemacht, da der Pilzbefall manchmal nur minimale Schäden und Beschwerden verursacht und Ekzeme, Verhornungsstörungen, Schuppenflechte oder andere Hautkrankheiten imitieren kann. Da oftmals davon auszugehen ist, dass der Nagelpilz von einer Mykose der Fußhaut ausgelöst wird, sollten die Fußsohlen  und die Zehenwischenräume immer zusätzlich abgeklärt werden. Hierbei empfiehlt es sicht, zur Betrachtung der Füße eine Stereo-Handlupe zu nutzen. Da der Podologe beziehungsweise med. Fußpfleger keine orale Therapie durchführen darf, ist für ihn eine Pilzkultur-Diagnostik nicht sinnvoll. Der Podologie sollte aber wissen, ob in den Nägeln oder auf der Fußsohle eine Pilzinfektion vorhanden ist oder nicht. Diese Analysen sollten dann mit Untersuchungsmethoden erfolgen, die sehr genau sind, geringste Pilzbefälle darstellen können und auch Aussagen über die Qualität des Pilzbefalls im Material selbst valide zulassen (etwa ob diese massenhaft vorkommen, stoffwechselaktiv sind oder nicht). Interessierte med. Fußpfleger und Podologen können genaue Pilzanalysen für die Beratung ihrer Kunden nutzen. Zudem können sie sich diesbezüglich gezielt weiterbilden und so im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit kompetente Partner der Ärzte ihrer Patienten sein.

 

Angebot für Podologen/med. Fußpfleger

Dr. med. Pierre Foss berät seit Jahren Podologen, med. Fußpfleger, Ärzte und Orthopädieschuhmacher in Sachen Fußerkrankungen vor allem bezüglich Pilzinfektionen an den Füßen. Er hat vor sieben Jahren für die interessierten Berufsgruppen einen Analyse-Service eingeführt (ANA-PODO, www.ana-podo.de), mit dem er patentierte, genaue Pilzanalysendes ANA-PODO-Service lassenfolgende Fragen beantworten bzw. lassen sich folgende Aussagen über die eingesendeten Proben machen:

  • Liegt eine Pilzinfektion vor oder nicht?
  • Handelt es sich um Kontamination oder eine echte Infektion?
  • Sind die Pilze gut oder schlecht zu behandeln? Wichtiges zu Fragen der Qualität (Hyphen, Sporen, Stoffwechsel.)
  • Liegt gleichzeigit eine bakterielle Infektion vor?
  • Sind die verwendeten Antipilzsubstanzen in den Nagel oder die Haut eingedrungen?
  • Wurde der Pilz durch die angewandete Therapie geschädigt oder nicht? Sollte die Therapie fortgesetzt, intensiviert oder umgestellt werden?
  • Welche Behandlungsempfehlungen können in Kenntnis der Vorgeschichte, des Befallbildes und den oben beschriebenen Befunden gegeben werden?

Zudem bietet Dr. med. Pierre Foss bundesweit praxisnahe Workshops für spezielle Erkrankungen der Füße an, wie zum Beispiel podologische Mykologie, Clavi und Warzen, maligne Erkrankungen am Fuß, das Diabetische Fußsyndrom, die richtige externe Therapie am Fuß, Ekzeme und Pigmentmale am Fuß, chronisches Wundmanagement. Med. Fußpflegern und Podologen werden in diesen Seminaren intensiv und praxisnah geschult, so dass sie anschließend in der Lage sind ihre Kunden professionell zu beraten und zu behandeln. Zusätzlich können Hospitationen in seiner Praxis und dem Dermatlogischen Gesundheitszentrum Wadern sowie dem dort befindlichen podologischen Zentrum wahrgenommen werden.

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